|
 |
Der Nord-Westen Teneriffas
  |
Die touristischen Sehenswürdigkeiten des Nord-Westens sind rar. Weiter westlich von Icod de los Vinos befinden sich beispielsweise Garachico und Buenavista del Norte. Obschon Garachico mit einem charmanten historischen Ortskern aufwartet, ist der Ort im Handumdrehen erkundet. Abzuraten ist jedenfalls, Station in einem der (an die Küstenstrasse angrenzenden) Restaurants zu machen. Speisekarten, Preise und gebotene Essensqualität orientieren sich an Einmalzahlenden. Kurzum, auf der Insel finden sich wahrlich gefälligere Orte, die es sich eher lohnt anzusteuern. |
In Garachico kann man diverse bauliche Bemühungen begutachten, die das Ziel verfolgen, den Ortskern touristisch attraktiver zu gestalten. Unter Umständen sind diese Anstrengungen in einigen Jahren von Erfolg gekrönt. Im Fall von Buenavista handelt es sich hingegen eindeutig um touristisches Niemandsland. Buenavista ist allerdings die westlichst gelegene Gemeinde und Tor zum Teno-Gebirge. |
 |
Über gut ausgebaute Passstraßen lassen sich fix Hunderte von Höhenmetern gewinnen. Als Belohnung winken prächtige Panoramen, die allerdings nicht mit jenen des Anaga-Gebirges im Nordosten konkurrieren können. Im Verlauf dieser gewählten Route erreicht man den vielgerühmten, sehenswerten Ort Masca: Quasi ein Inbegriff idyllischer Dorfeinsamkeit inmitten einer atemberaubenden, üppig grünen Schlucht („barranco“, wie es sie vielerorts auf Teneriffa in den zerklüfteten Lavagebirgen gibt). Bei entsprechendem Wetter gibt diese den Blick auf La Gomera frei. |
| Masca ist von himmelhohen Felswänden umsäumt, die eine prächtige und sehr abwechslungsreiche Flora beherbergen. Die Fahrt nach Masca erfordert fahrerisches Geschick. Denn im Laufe der Passauffahrt gilt es gelegentlich Serpentinenkurven im ersten Autogang zu meistern, mit potentiellem z. T. erst sehr spät zu erkennendem Gegenverkehr. Achtung: In den Wintermonaten wird dieses Terrain gelegentlich von Amateur- und Berufsradfahrern genutzt. Nicht nur in unübersichtlichen Kurven ist demzufolge Vorsicht geboten. Prinzipiell lassen sich die Passstraßen auf Teneriffa indes allesamt sehr gut befahren. |
Tipps für Autofahrer
| Wie bereits erwähnt ist das Straßennetz (EU-Zuschüssen sei Dank) auf Teneriffa sehr gut; um nicht zu sagen in einem perfekten Zustand. Das gilt im Übrigen für die Mehrzahl der Straßen auf den kanarischen Inseln. Ortsschilder wurden allerorts gewissenhaft platziert. Die Qualität des Straßenbelags ist nahezu überall erstklassig! Abseits der Hauptstraßen wird der Verkehrsfluss zumeist durch Kreisverkehrskreuzungen geregelt. Bemerkenswert sind die Gelassenheit & Rücksichtnahme der Verkehrsteilnehmer – besonders gegenüber Passanten. |
|
Das führt innerorts regelmäßig zu zähfließendem Verkehr. Gehupt wird ausgiebig: Auf diese Weise bedanken und verständigen sich die Insulaner untereinander. Oder grüßen vorbeifahrenderweise ihre Anverwandten und Bekannten, die zum Beispiel gerade den Bürgersteig kehren. |
| Hier und da sind Verkäufer der staatlichen Blindenlotterie im Straßenbild auszumachen. Lotto wird in Spanien viel gespielt. Und es versteht sich von selbst, dass auf die zumeist sehbehinderten Verkäufer besondere Obacht gegeben werden sollte. Wie in vielen anderen Ländern, existieren in Spanien drei verschiedene Polizeiorganisationen. Es ist ratsam, den Anweisungen aller Gendarmen Folge zu leisten. Scherze sind sich demnach zu verkneifen, um nicht den Eindruck zu erwecken, man würde die Autorität der Ordnungshüter in Frage stellen. |
|
| Das könnte nämlich dazu führen, dass die Obrigkeit ihren Strafspielraum nach oben hin ausnutzt. Polizisten regeln innerhalb von Ortschaften gelegentlich den Verkehr. |
Geduld von Polizisten nicht überstrapazieren
Innerhalb von Ortschaften zeichnen sich Polizisten zumeist durch Gelassenheit und Nachsicht aus. Dies gilt auch gegenüber Parksündern, sofern diese es nicht übertreiben. Inselweit tabu sind Parkzonen, die mit einem gelben durchgehenden Strich am Straßenrand gekennzeichnet sind. Wer dennoch meint, hier einen passablen Stellplatz für sein Gefährt ausgemacht zu haben, sieht sich im schlechtesten Fall mit deftigen Strafen von mehreren Hundert Euro konfrontiert. Wer sich verfahren hat, darf sich getrost an die Polizei wenden.
Ist der Hilfesuchende eine Frau und/oder hat der Polizist gerade Zeit, kann es durchaus passieren, dass man per vorausfahrender Motorradeskorte zum gewünschten Ziel geleitet wird. Dankeschön noch mal an dieser Stelle!
Autofahrer auf Teneriffa
| Idioten gibt es überall. Und auch auf Teneriffa fahren sie Auto. Der Einfachheit halber teilt man mobile Hohlköpfe auf der Insel in zwei Gruppen: Jene, die dem eigenen Fahrzeug sehr dicht auffahren (bekanntlich ist das eine grundsätzlich vorzufindende südländische Tugend). Ferner sind diejenigen auszumachen, die wegen ihrer unnötig defensiven Fahrweise die Geduld der anderen Verkehrs-teilnehmer auf eine harte Probe stellen. Tipp: Tanken Sie in solchen Fällen einfach bei nächster Gelegenheit. Das nämlich macht aufgrund der mageren Benzinkosten richtig Spaß und im Nu sind |
|
alle boshaften Gedankenspiele entschwunden. Französische Automarken liegen auf den Kanaren hoch im Kurs.
Die mit Abstand beliebteste Autofarbe ist weiß. Einst wurde diese auch vom kanarischen Taxigott auserkoren. Taxen sind der Einfachheit halber mit den leuchtenden Ziffern „123“ gekennzeichnet. So ein Zufall: Das war (mit 2,8 Millionen verkauften Fahrzeugen) ebenso die erfolgreichste Typenbezeichnung von Mercedes Benz. Wer die Kanaren besucht, wird taxiseitig unvermittelt in die Achtziger Jahre versetzt. Denn nirgendwo auf der Welt befinden sich noch so viele Mercedes-Taxen der Baureihe w123 (1975-1985) im aktiven Einsatz. Das liegt einerseits am fehlenden frostigen mitteleuropäischen Winter mit seinen Salzstreudiensten. Auch der einst bestechenden deutschen automobilen Tüchtigkeit gebührt in diesem Fall Dank.
Autobahn-Route
 |
Teneriffa verfügt über eine, die Insel rund zu einem Dreiviertel umschließende, Autobahn. Die Autobahn ist gut befahrbar. Die Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h gilt es offiziell einzuhalten, wenngleich die Straßenverhältnisse durchaus zu höheren Geschwindigkeiten einladen. Urlaubern ist die Nutzung der Autobahn unbedingt anzuraten. Dies gilt auch für jene, deren Domizile sich im Nordwesten befinden. Laut Straßenkarte wären Zielpunkte zwar kilometermäßig näher über Landstrassen erreichbar. |
Doch ist der Aufwand ungleich höher, müsste man doch das Teno-Gebirge überqueren. „Icod de los Vinos“ erreicht man stressfreier, wenn man die längere Autobahnstrecke statt der winkligen Passstrassen wählt. |
Einen Großteil der Leihwagen übernimmt man direkt am südlich gelegenen (internationalen) Flughafen. Der im Norden gelegene Flughafen wird beinahe ausschließlich von Maschinen des spanischen Festlands angesteuert. Die direkte Autoverbindung in den Nordwesten führt über Passstrassen. Dessen sollte man sich bewusst sein, nachdem man den Leihwagen kurz zuvor am südlichen Flughafen in Empfang nahm.
Tipp: Nehmen Sie lieber den längeren Anfahrtsweg über die Autobahn Richtung Osten in Kauf. Die Straßenkarte verleitet Neuankömmlinge gerne zum direkten Anreiseweg via Gebirgs-Landstrassen. Das jedoch zahlt sich in den wenigsten Fällen aus sondern ist besonders am Anreisetag, im gerade in Empfang genommen Leihwagen (!), auf keinen Fall empfehlenswert.
|