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Finca-Urlaub in Icod de los Vinos

Die Finca wird als Finca Redonda angeboten. Der Preis beträgt 72 EUR pro Tag für zwei Personen. Wir waren von Mitte Januar bis Ende Februar 2006 zu Gast in der Piedra Redonda. Es folgt eine Beschreibung der Finca sowie einige Tipps und Fotos für nachfolgende Urlaubsgäste.

Piedra Redonda – Fakten
Icod de los Vinos Die Finca besteht aus zwei großzügigen Räumen (Wohnküche und Wohnzimmer), drei Schlafzimmern, einem Flur auf zwei Ebenen, sowie einem Badezimmer. Zwei der Schlafzimmer sind durch eine nicht ganz nach oben durchgezogene Wand getrennt. Das Raumangebot der Finca ist für zwei Personen üppig bemessen, für vier Personen ausreichend. Sechs Leute verfügen zumindest nicht über sonderlich viel Intimsphäre. Auch erfordert das recht kleine Bad für sechs Personen ein gewisses Maß an Organisationstalent.

Ferner verfügen Gäste über eine Bodega (Grillraum). Der natursteingeflieste Außenbereich bietet sonnengeschützte Sitzplätze und eine rund 15 Meter lange Zeile, die gleichzeitig zur Treppe des tiefergelegenen Parkplatzes führt. Den Parkplatz erreicht man durch ein automatisch schließbares Tor, das die Strasse von der gut geschützten Unterkunft abschirmt. Der Hauptbereich ist zweifellos die geräumige, gutausgestattete Küche. Durch diesen Raum betritt man die Finca, sofern man den Parkplatz nutzt. In gewisser Weise handelt es sich bei der Wohnküche um den Hauptaufenthaltsraum, da sie u.a. einen bestens funktionierenden, offenen Kamin beherbergt.

Die Straße
Das Wohnzimmer liegt einen halben Stock tiefer an der Straßenseite. Hier gibt es ebenfalls einen Eingang, der allerdings von Feriengästen nur selten genutzt werden dürfte. Dieser Zugang befindet sich an einer für deutsche Verhältnisse exorbitant steilen Straße mit einen lediglich halben Meter breiten Bürgersteig. Darüber hinaus wird diese Straße von Einheimischen relativ stark und oftmals rasant befahren. Demnach gilt es, vor diese Tür nicht allzu forsch zu treten...!

Nächtliche Raser
Oberhalb des Wohnzimmers liegen zwei Schlafzimmer. Sie verfügen über kleine Fenster zur Straßenseite. Wie bereits erwähnt wird die Strasse, an der sich die Piedra Redonda befindet, recht gerne von Einheimischen genutzt. Vom Straßen-lärm geht eine Störung aus. Knatternde Mopeds suchen sich ihren nächtlichen Weg genauso wie diverse Einheimische, die Tag & Nacht (teils hupend, weil eng, steil und teilweise Gegenverkehr) die Straße nutzen. An unserem ersten Urlaubstag wurden wir gegen 8.30 Uhr vom Nachbargeräusch eines Presslufthammers geweckt. Auch wenn sich die Vermieter ansonsten durch ein überaus freundliches Wesen auszeichnen, zeugte das von überraschend wenig Sensibilität.
Teneriffa Icod de los Vinos

Die Wäsche wird durch die Hausherren stets pünktlich bereitgestellt. Auch ansonsten gibt es wirklich nichts zu beanstanden. Allen Gastwünschen wird prompt entsprochen. Gegenüber der außerplan-mäßigen einwöchigen Unterkunft eines Freundes zeigten sich die Vermieter jovial. Auf die zusätzliche Gebühr von 15 EUR pro Person wurde beispielsweise in unserem Fall verzichtet.

„Don & Dona Redonda”
Die Eigentümer sind liebenswürdig. Und zumindest virtuell allgegenwärtig. Denn sie bewohnen das angrenzende Gebäude oberhalb der Piedra. Das Ehepaar spricht ausschließlich spanisch. Trotzdem klappt die Verständigung mit den freundlichen Leuten gut. (Wo auf dieser Welt wird man beim Empfang herzlich per Wangenkuss begrüßt?) Und immer wieder wird den Gästen beim wöchentlichen Wäschewechsel ein Körbchen erntefrischer Orangen der hauseigenen Plantage bereitgestellt.

Ausstattung - drei Sterne plus
Die sanitären Anlagen sind neuwertig und die gesamten Installationen funktionieren einwandfrei. Darüber hinaus ist das Häuschen charmant eingerichtet. Überall befinden sich die regionaltypischen Bodenfliesen. Hinsichtlich der liebevollen und funktionalen Einrichtung gibt es selbst für Pedanten nichts zu beanstanden. Bemerkenswert sind hohe Holzdecken, die dem Objekt nicht nur ein typisch kanarisches Flair spenden, sondern seinen Besuchern auch stets das Gefühl von Großzügigkeit und Raum vermitteln. Insgesamt kann die Piedra-Redonda-Ausstattung locker mit der deutschen Hotelnote „drei Sterne“ mithalten.

Die Umgebung
teneriffa sonnenuntergang


Über die angrenzende Straße und deren Geräuschkulisse (vor allem bei Nässe und streitenden Nachbarn) verloren wir bereits Worte. Ansonsten befindet sich die Finca in der Tat in einer idyllischen Umgebung. Mit Vor- und Nachteilen. Wer seinen Urlaub fernab (!) vom Tourismus gestalten möchte, ist hier bestens aufgehoben. Denn abgesehen vom Drachenbaum in Icod de los Vinos bietet die unmittelbare Region nicht viel. Und auch inklusive „Drago“ wenig.



Ohne Leihwagen ausgestattet wäre man schlichtweg ausgeliefert. Zwar ist das Meer – und die Brandung – vom Domizil aus sichtbar. Doch die unmittelbare Nähe der Piedra Redonda wartet mit wenig Attraktivem auf. Wer sich abendlich gerne die „Füße vertreten“ möchte, kann dies in El Amparo freilich tun: Indem er seinen Puls auf Maximalwerte beschleunigt und sich gleichzeitig dem heranbrausenden Regionalverkehr in den engen, wenig belebten, bombastisch steilen Gassen aussetzt. Das klingt uncharmant. Ist es jedoch gar nicht.

Denn auf den zweiten Blick hat die Location ganz viel an anderen Reizen zu bieten. Wer auch nur entfernt nach „Halli-Galli“ Ausschau hält, befindet sich in den Nord-Weststädten der Insel sowieso auf verlorenem Posten. In El Amparo wird man darüber hinaus unweigerlich mit allem Ursprünglichen konfrontiert. In erster Linie mit sich selbst und auch noch mit ganz vielem Einheimischen. Derjenige, der hier Urlaub macht, weiß warum. Oder ahnt es zumindest. Oder hat diesen Text zuvor nicht gelesen.

Für jene, die eine herrlich grüne Landschaft suchen, in der sie Tag für Tag neue Abenteuer und Eindrücke erleben können, ist die Piedra Redonda eine gute Ausgangsposition für Ausflüge. Kontakte mit anderen Touristen gibt es keine, da man ihnen nicht begegnet. Die „Piedra Redonda“ ist eine ideale Unterkunft für Müßiggänger, Schriftsteller und andere Sinnsuchende. In den Wintermonaten ist ein benachbartes Froschregiment erwähnenswert, das nächtens für eine akustische, quakende Dauerkulisse sorgt. Dieses wird höchstens durch kanarische Hähne übertönt, die gelegentlich den Zeitunterschied von einer Stunde zum deutschen Festland großzügig und ebenso lautstark fehlinterpretieren. 

Kurzkritik Piedra Redonda
+ großzügige Raumaufteilung
+ geschmackvolle Einrichtung
+ sympathische, korrekte Vermieter
+ perfekt geschützter Parkplatz
+ offener Kamin (Küche) und reizvolle Grillstation in separater Bodega
+ Satellitenfernsehen mit allen wichtigen deutschen Programmen
+ Waschmaschine, Bügeleisen, Trockenständer, Ceranfeld & Backofen- vernehmbarer Straßenlärm
  (auch nachts hörbar)

- megasteiles Stadtgebiet (stark frequentiert zwischen 18.00-21.00 Uhr)
- in direkter Nähe sind attraktive Spaziergangsmöglichkeiten oder touristischen Ziele nicht vorhanden
- Sonneneinfall auf dem Außengelände ab frühestens 13.00 Uhr (Jan/Feb.); viele Wolken in Icod de los   Vinos (Im Winter: „Teneriffas Sibirien“ – in den Sommermonaten ggf. auch attraktiver Außenbereich   nutzbar)
- kurze Betten (gut bis 1,80 Meter Körpergröße)
- keine Restaurants, die es wert wären zu Fuß anzuvisieren